Orko the Sycotic Alien – Atoms of Eden:
Orko the Sycotic Alien alias Eloheem 777… Dieser Name wird den wenigsten Hängehosen - Hip Hoppern hierzulande ein Begriff sein. Im amerikanischen Untergrund hingegen genießt der Mann von der Westküste bereits so etwas wie einen Legendenstatus. Bis heute hat Orko bereits 22 Scheiben veröffentlicht, wobei „Atoms of Eden“ und das darauffolgende „Nephlim Modulation Systems“, das er zusammen mit Big Juss (Ex-Mitglied von Company Flow) aufgenommen hat, als Klassiker gehandelt werden.
Auch weitere Features mit namenhaften Leuten wie Saul Williams, einem der größten Spoken Word - Künstler und Hip Hop – Poeten der heutigen Zeit oder dem „Rhyme Inspector“ Percce P. sprechen für sich.
Jedoch ist Orko keiner der herkömmlichen MC´s, die versuchen der Hörerschaft auf nachgebauten Kanye West oder Premo Beats zu erklären, wie viel Geld sie letzte Nacht wieder im Club versoffen haben, welche Armbanduhr sie tragen oder wie toll sie rappen können. Nein, dieser Mann streift das Image, des stinkreichen, aus dem Ghetto empor gestiegenen, homophoben Rappers ab und versucht lieber aufzudecken, welche Dinge in dieser Welt falsch laufen.
Hört man sich Atoms of Eden an, braucht man keinen klassischen Untergrund-Hip Hop zu erwarten. Die Beats auf diesem, Album, produziert von Orphan, bestehen aus einer Mischung aus Drum´n Bass und düsteren, melancholischen Streicher- und Klaviersamples. Viele der Lieder liegen im Uptempobereich und Orko rappt mit Hochgeschwindigkeit im „Rapid fire-Flow“ über Verschwörungstheorien, geheime Regierungsmachenschaften, Wissenschaft, Kriegspolitik und sonstige, dem Durchschnittsmenschen verborgene Dinge, wobei er immer wieder ethische Zweifel an alledem äußert. Gezielt und poetisch angehaucht versucht er den Niedergang der Gesellschaft zu schildern, die der ständigen Kontrolle des Staates unterliegt und die Menschen nur noch wie eine Herde von Schafen durch die Strassen wandern. Beim Hören der Lieder überkommt einen mit der Zeit doch schon eine gewisse Endzeitstimmung. Neben diesen eher politischen und gesellschaftskritischen Themen sticht aber auch ein Track hervor, der für viel Aufruhr gesorgt hat. Auf „Wack as fuck“ greift Orko die Selbstverliebtheit und Geldgeilheit der Rapszene an und nennt dabei Namen wie Master P., Cash Money, High & Mighty und Non Phixion.
Unterstützung für das Album hat er sich bei Leuten wie Odessa Kane (ebenfalls wie Orko Mitglied bei „Masters of the Universe“), Cosmo Lexus, Sumach, Ambush, Staplemouth und einigen weiteren geholt.
Neben den Raptracks (12 an der Zahl), gibt es auf dem Album auch noch drei Instrumentallieder zu hören, die wie bereits beschreiben auf gut arrangierten Melodien aufbauen.
Alles in allem ist dieses Album eine erfrischende und ehrliche Abwechslung zum sonstigen Rap-Einheitsbrei der einem sowohl auf der Rotation der Musiksender entgegen flackert, als einem auch im Plattenladen unter den U.S.-Importen begegnet.
Wer also Lust hat einmal etwas „anderes“ zu hören, dem sei dieses Album strengstens empfohlen. Allen, die aber mehr auf den typischen Eastcoast- oder Downsouth-Rap stehen, rate ich die Finger von der Scheibe zu lassen. Sowohl Raptechnisch als auch von der Produktion her ist dieses manchmal etwas paranoid wirkende Meisterstück auf jeden Fall eine der Topveröffentlichungen der letzten Jahre, die in Sachen Innovation ihresgleichen sucht.
9 von 10 Punkten...
Krishen
PRESSESTIMMEN zur EP "Gott und die Welt" :
1. BACKSPIN Oktober 2004
MVK MAVERICK
"Gott und die Welt"
EP - HitBack Productions
"Es hat schon etwas erfrischendes, wenn man heute ein deutsches
Rapwerk in die Finger bekommt, in dem es nicht um Style, Bitches,
Cash und Battles geht. Und tatsächlich schlägt MVK Maverick vom
kleinen Independent Label Hitback Productions mit seiner EP "Gott und die Welt"
einen ander Weg ein. Seine Anfänge liegen im Jahr 1997, doch ein
Austauschjahr 2000 in den USA und die krasse soziale Ungerechtigkeit,
die er dort sah, zeigten MVK, dass Hip Hop nicht das ist, was
die Leute gemeinhin an ihm bejubeln. Kein Bling Bling, keine Gangsta-Geschichten, kein Posen - mit Tracks über Rap, Glauben, Armut,
Drogen und MVK selbst kommt "Gott und die Welt" eher kritisch und deep an.
Und so hat sich MVK einiges vorgenommen, denn social critics werden
im Rap seit KRS One an einer hohen Latte gemessen, die schwer zu
erreichen ist, ohne dabei übers Ziel hinauszuschießen oder an
Glaubwürdigkeit zu verlieren. Doch MVKs Lyrics haben wirklich Deepness.
Besonders der Track über seinen verstorbenen Vater "Daddycation",
geht unter die Haut. Bei aller lyrischen Autenthizität geht dann
aber leider oft die musikalische Untermalung baden, denn bei zu vielen
deepen Tracks auf einem Album verfällt der Hörer schnell in eine
gewisse Trance. So ist es auch bei "Gott und die Welt", denn wenn
man zu viel von Problemen hört, mit der entsprechend düsteren Beat-Untermalung, kann man die Lust an der EP verlieren. Für HEADZ, die auf
gehaltvollen Lyrics abgehen, ist "Gott und die Welt" allemal ein Hörtip,
für Freunde des Party HipHop definitiv nicht. Bleibt abzuwarten,
ob MVK Maverick auch in der Lage ist, die schönen Dinge des Lebens
lyrisch zu verarbeiten, denn diese Seite hat er auf dieser EP noch
niocht gezeigt."
2004 Niko Hüls
2. RAP.DE - 2.11.2004
"MVK – Maverick veröffentlicht seine erste EP auf dem Bielefelder Label Hitback Productions.
Dieses setzt sich zusammen aus dem Produzenten MC MadCap, MC MaVericK und dem Künstler
Artur R. Maverick heißt übersetzt Einzelkämpfer. Als solchen sieht sich der Künstler
offensichtlich und versucht, mit HipHop wieder ernsthafte Themen wie Glauben, Armut,
Drogen, Politik oder die Gesellschaft anzusprechen.
Auf „Mein Rap“ erklärt MVK die Inhalte seiner Texte. Alles aus dem eigenen Leben,
keine Fakes, keine „ich bin der Schönste, Beste, Größte“-Raps. Mein persönliches
Highlight ist der zweite Track: „Gott und die Welt“, unterlegt mit einem sehr ruhigen
Beat erzählt MVK, wie er die Welt aus seinen Augen sieht. Sehr gelungen. „Daddycation“
ist seinem verstorbenen Vater gewidmet. MVK spricht darüber, wie er und sein Bruder
aufwuchsen. Seine Mutter tat zwar alles für das Wohlergehen der Jungs, und trotzdem
fehlte die Vaterfigur. Ein sehr persönlicher Track mit einem Beat, der die Atmosphäre
nicht besser wiedergeben könnte.
Insgesamt ist „Gott und die Welt“ ein sehr gelungenes Werk.
Vor allem passen die Beats jeweils sehr gut zu den Lyrics und bauen für die Storys
immer die richtige Stimmung auf. Es ist zwar nix Neues auf der CD zu finden,
trotzdem lohnt es sich, diese acht Track lange EP anzuhören."
Sebastian
3. MK Zwo - Dezember 2004
"Dann wollen wir mal zur nächsten Veröffentlichung schreiten, in Hoffnung diesmal ein
glücklicheres Händchen zu haben. Also nehme ich mir die CD von Maverick
(englisch für Einzelkämpfer) und bin bereits vom Artwork seiner 8 Track starken EP
positiv überrascht. Hier hat sich jemand Mühe gegeben. Der Release namens "Gott und die Welt"
läuft über Hitback Productions, zu deren Team sich MadCap, Maverick und Artur R. zählen.
Gemeinsam hat man es sich zur Aufgabe gemacht, Rapmusik als Forum zu nutzen um zu zeigen,
dass diese Subkultur durchaus noch ein Wörtchen mitzureden hat in gesellschaftlichen Fragen.
Vorhang auf, Maverick bittet zum Tanz und lässt bei seinem Seelenstriptease erstmal
ordentlich die Hose runter. Die Produktion klingt rund und ausgereift, so passen Beat und
Stimme auf dem ersten Track "Mein Rap" gut zusammen und gehen straight nach vorne.
Etwas ruhiger wird es im danach folgenden Titlesong "Gott und die Welt". Hier untermalt
ein harmonisches Instrumental Maverick’s düsteres Weltbild, wobei es genau dieser
Gegensatz zu seien scheint, der dem Lied eine gewisse Anziehungskraft verleiht – skippen kam mir jedenfalls nicht in dem Sinn. Für das "Lied der Freiheit"
holt sich Maverick nun Unterstützung vom Kollegen MadCap und dem nicht ganz
unbekannten Albino. Der Titel spricht für sich und der Song schließt sich nahtlos seinen beiden
Vorgängern an. Das soll aber nicht heißen, dass an dieser EP nichts zu kritisieren sei.
So fällt der Track "Tausend Fragen" durch seinen abgehackten Rapstil zum Einen und
durch seine Endlosigkeit von über sieben Minuten zum Anderen negativ auf.
Ein weiterer Kritikpunkt für mich ist der Song "Oh Maria", wo ich weder am Beat noch
an den flüssigen Lyrics was auszusetzen hab. Lediglich bei der Themenwahl stellt sich
mir die Frage, ob Maverick unwissend über sein Tun war, als er Gras als eine von ihm
einst geliebte, Frau personifiziert. Gleiches hat Curse auf seinem Debutalbum
"Feuerwasser" gemacht im Jahre ’99. Nichtsdestotrotz ist die EP "Gott und die Welt" eine
runde Sache, die bei mir einen positiven Gesamteindruck hinterlassen hat."


