Woher kommt Hip Hop? (Ursprung)
Die „Jugendbewegung“ Hip Hop entstand etwa Anfang bis Mitte der 70er Jahre in der New Yorker Bronx. Hintergrund war eine schwierige soziale Lage der Jugendlichen, die durch Arbeitslosigkeit (der Eltern und auch der Jugendlichen selber), Drogen und Straßengangs geprägt war. Hip Hop sollte eine Alternative zu Gangs und Gewalt darstellen, da hier Konflikte gewaltlos ausgetragen wurden. Zudem bot sich im Hip Hop den Jugendlichen die Möglichkeit, ohne großen finanziellen wie materiellen Aufwand die eigene Freizeit zu gestalten, wie auch eventuell an der Straßenecke durch Breakdance - Einlagen oder A-cappella-Raps etwas Geld zu verdienen. Später, als Hip Hop populär wurde, kam der Reiz hinzu, als berühmter Rapper genug Geld zu verdienen und das Ghetto endlich hinter sich lassen zu können.
Ursache für die Verelendung der Bronx war eine verfehlte Verkehrs- und Modernisierungspolitik der damaligen Stadtregierung. Durch den Bau des „Cross – Bronx - Expressway“ wurde dieser Stadtteil vom Rest New Yorks quasi abgeschnitten, wer es sich eben leisten konnte wanderte ab in andere Stadtteile. Zurück blieb eine Landschaft aus Leerstehenden Wohn- und Fabrikgebäuden und verdreckten Hinterhöfen, in der die Jugendlichen versuchen mussten, so gut wie möglich ihre Freizeit zu verleben und zu gestalten. Durch ihre Raps, Breakdance, Graffiti, und die legendären „Block - Partys“ fanden sie ihre Freizeitbeschäftigung und ihre eigene Form des Protests gegen diese Zustände (Vgl. Verlan, S., Loh, H., 2002, S. 47).
Entstehungsgeschichte
Block Partys
Die Sub- oder Jugendkultur Hip Hop entstand hauptsächlich auf und durch so genannte „Block Partys“. Dies waren Party-Veranstaltungen der Jugendlichen aus den Straßenblocks der Bronx, Brooklyns, oder den anderen so genannten Ghettos New Yorks, die mit einfachsten Mitteln durchgeführt wurden. Sie fanden meist in öffentlichen Parks oder Leerstehenden Gebäuden statt und wurden von den Jugendlichen aus den Blocks selber organisiert. Alles was man dazu brauchte war ein Raum oder Platz und ein so genanntes „Sound System“, den Strom hierfür besorgte man sich von einem freundlichen Nachbarn oder von der nächsten Straßenampel (Vgl. Toop, D., 1992, S. 73). Diese Sound Systems, deren Ursprung in der Reggae-Kultur Jamaikas zu finden ist, bestanden aus zwei Plattenspielern, einem Mixer und ausreichend Boxen, um die Partys zu beschallen und gehörten einigen Jugendlichen. Das größte Sound System besaß zu der Zeit der aus Jamaika stammende „Kool DJ Herc“, der neben DJ Grandmaster Flash und Afrika Bambaata zu den „Gründungsvätern“ des Hip Hop gezählt wird.
Auf diesen Block Partys kamen Jugendliche aus dem gesamten Viertel zusammen, darunter auch Mitglieder unterschiedlicher rivalisierender Straßengangs. Doch wurden diese Streitigkeiten nicht durch Gewalt auf den Partys ausgetragen, sondern in friedlichen Wettkämpfen in den unterschiedlichen „Disziplinen“ des Hip Hop, das heißt es wurde gegen einander gerappt oder getanzt, statt sich zu schlagen.
Besonders zu erwähnen ist noch Afrika Bambaata, dessen Wirken und Arbeiten im Hip Hop weit über die reine Musik hinausreicht. Als Jugendlicher selbst noch Mitglied in der größten New Yorker Gang „The Black Spades“ wandte er sich nach dem Tod eines Freundes von der Gewalt ab und Gründete später die „Zulu Nation“ (in Anlehnung an den britischen Film ‚Zulu’). Idee der Zulu Nation war, die Gewalttätigkeiten der rivalisierenden Straßengangs zu beenden und in friedliche DJ- und Rap-Wettbewerbe, die so genannten ‚Battles’ zu überführen. So bezeichnen zum Beispiel noch heute viele Breakdancer ihren Tanz als eine kunstvolle Darstellung von Straßenkampf. (Vgl. Krekow, S., Steiner, J., Taupitz, M., 2003, S. 12 f).
Musikalischer/ Kultureller Ursprung
Ihren Ursprung hat die Hip Hop – Musik bzw. die Form des Sprechgesangs in der schwarzafrikanischen Kultur. Geschichten und Wissen werden mündlich weiter gegeben, das gesprochene Wort hat einen sehr hohen Stellenwert. Schon vor der eigentlichen Form des Raps in der Hip Hop – Musik gab es Sprechgesang, vor allem in der schwarzen Musik in Form der Dozens oder des BeBop.
Was ist Hip Hop?
Die Ausdrucksformen der Hip Hop Kultur
Die Jugendkultur Hip Hop lässt sich am besten über ihre kulturellen Ausdrucksformen beschreiben. Diese sind:
das DJ’ing, d. h. das Mixen von verschiedenen Platten mit zwei oder mehr Plattenspielern und einem Mixer
das MC’ing oder Rapping, d. h. den rhythmischen Sprechgesang über die Beats der DJ’s
das B-Boying oder Breakdancing, der akrobatische Tanzstil der ‚B-Boys’
das Writing oder Graffiti
DJ’ing
Die DJ – Kultur der Hip Hop – Musik entspringt den Block-Partys der Jugendlichen in der Bronx und den anderen armen Stadtvierteln New Yorks. Da die Jugendlichen kaum Geld hatten, fanden sie sich in Parks oder Leerstehenden Wohn- oder Fabrikgebäuden zusammen um dort ihre Partys zu feiern. Auf diesen Partys stand der DJ im Mittelpunkt, zu dieser Zeit besaßen einige der Jugendlichen ein eigenes Sound System mit Plattenspielern, Mixer und Boxen und legten dort für das Publikum ihre Platten auf. Der aus Jamaika stammende Clive Campbell, der sich Kool DJ Herc nannte, besaß das größte Sound System, mit dem er „immer wieder seine Gegner in so genannten Sound Clashes hinwegfegte“ (Krekow, S., Steiner, J., Taupitz, M., 2003, S. 321).
Nachdem Kool DJ Herc mit seinen Reggae-Platten beim Publikum nur mäßigen Erfolg hatte, begann er Funk-Platten zu kaufen, und zwar immer zwei Exemplare des gleichen Stücks, da er gemerkt hatte dass die Tänzer zu den Break-Passagen am ausgelassensten tanzten. Also spielte er nur die Breaks, abwechselnd von zwei Plattenspielern immer wieder hintereinander, indem er von einem auf den anderen Plattenspieler umschaltete. So entstand eine neue Musik, die Kool DJ Herc ‚Breakbeats’ nannte, daher stammt auch die Bezeichnung Breakdancer für die Tänzer. Auch andere DJ’s wie Grandmaster Flash oder Afrika Bambaata übernahmen diese Form des Mixens, so dass sich die Breakbeat-Musik sehr schnell in New York verbreitete (Vgl. Krekow, S., Steiner, J., Taupitz, M., 2003, S. 11 f).
Eher durch Zufall entstand eine weitere Technik der Hip Hop – DJ’s, das so genannte ‚scratching’: DJ Grandwizard Theodore übte zu Hause seine DJ-Tricks, als seine Mutter klopfte, weil die Musik wieder einmal zu laut war. Während er mit seiner Mutter sprach, bewegte er nervös die Platte unter der Nadel hin und her, „bis er im Kopfhörer plötzlich dieses Kratzen hörte“ (Verlan, S., Loh, H., 2002, S 55). Somit war der nächste Schritt vom reinen Musik auflegen zum Schaffen eines neuen Stils getan, „mit dem Scratch […] wurden Plattenspieler und Mischpult endgültig zum Instrument“ (ebd.).
Ein anderer Pionier, der mit den Anfängen des Hip Hop ebenso untrennbar ist, ist DJ Grandmaster Flash. Er war schon Anfang der Siebziger Jahre in New York eine Berühmtheit, hatte auf unzähligen Block- und Schulpartys aufgelegt und einige DJ-Battles gewonnen. Als gelernter Elektrotechniker revolutionierte er die DJ-Technik, indem er zum einen eine Vorrichtung zum Vorhören der Platten mit dem Kopfhörer baute (Vgl. Toop, D., 1992, S. 76 f), zum anderen den ‚Crossfader’ erfand, mit dem man von einem auf den anderen Plattenspieler sanft faden konnte, ohne direkt und hart umzuschalten(Vgl. Krekow, S., Steiner, J., Taupitz, M., 2003, S. 274). DJ Grandmaster Flash perfektionierte die Kunst des scratchens soweit, dass er sogar mit den Zehen und dem Ellenbogen scratchen konnte und gilt noch heute als Genie.
Nach und nach kamen immer neuere Geräte auf den Markt, wie die Beatbox oder später der Sampler, so dass die DJ’s als Lieferanten der Beats an Bedeutung verloren. Heute steht der Rapper oder MC im Vordergrund des Interesses des Publikums, er bringt mit seinen Texten die Botschaft rüber, während der DJ mit seinen scratches die meist Computergenerierten Beats nur noch unterstützt.
MC’ing
Wie bereits erwähnt gab es auch schon vor der Hip Hop – Musik Sprechgesang, vor allem in der schwarzafrikanischen Kultur und der schwarzen Musik. Doch diese Reime der Griots und Djelees aus Westafrika, der halb gesprochene Gesang des Doo-Wop und Be-Bop aus den fünfziger Jahren haben wenig mit Raps im Sinne der Hip Hop – Musik zu tun. (Vgl. Krekow, S., Steiner, J., Taupitz, M., 2003, S. 434 f). Einen größeren Einfluss auf Hip Hop hatten die Sprüche der amerikanischen und die Toasts der jamaikanischen Radio - DJ’s. Zunächst waren es noch die Hip Hop – DJ’s selber, die das Publikum zum Tanzen aufforderten und anfeuerten oder sich selbst anpriesen. Später hatten manche DJ’s ihren eigenen MC (Master of Ceremony), da die Leute auf den Partys nur noch dem DJ beim mixen und scratchen zuschauten statt zu tanzen(Vgl. Verlan, S., Loh, H., 2002, S. 56). „Die Aufgabe der MC’s war es, das Publikum bei Laune und auf der Tanzfläche zu halten“ (ebd.).
Anfangs priesen die MC’s die Fähigkeiten des DJ’s an oder erzählten kurze Geschichten über sich selber, was für tolle Kerle sie seien und das kein anderer im Saal so gut rappen könne wie sie und ähnliches. Mit der Zeit wurden die Rap – Stile immer ausgefeilter und die Texte selber gewannen immer mehr an Bedeutung. Es gab Rap – Battles, in denen zwei MC’s gegen einander antraten und das Publikum entschied wer als Sieger die Bühne verließ.
Beim Rap wird zwischen Old School und New School unterschieden, wobei Old School diejenigen MC’s und Künstler bezeichnet, die am Anfang der Hip Hop – Bewegung und ihrer Musik aktiv beteiligt waren, wie DJ Grandmaster Flash and the Furious Five, Afrika Bambaata, Kurtis Blow, Double Trouble, The Cold Crush Brothers u. v. m.. Viele dieser Aktivisten der ‚ersten Stunde’ des Hip Hop verschwanden schnell aus dem Interesse der Öffentlichkeit und sind heute, bis auf wenige Ausnahmen, selbst in der aktuellen Hip Hop – Szene kaum mehr bekannt.
Ab der Mitte der Achtziger Jahre beginnt dann die New School mit Acts wie Run DMC, L.L. Cool J., Public Enemy, den Beastie Boys und vielen weiteren, die folgen sollten. Bemerkenswert an den Beastie Boys ist, dass sie nicht aus einem der Ghettos stammen und dazu noch Weiße sind, aber trotzdem als Hip Hopper anerkannt wurden. Allerdings war zu dieser Zeit Hip Hop auch schon zu einem guten Teil kommerziell vermarktet worden.
Ende der Achtziger / Anfang der Neunziger Jahre erschien ein neues Phänomen auf der Bühne der Hip Hop – bzw. Rap – Musik: der Gangsta Rap. Die ersten Vertreter dieser neuen Richtung waren N.W.A., Ice Cube (der vorher bei N.W.A. gerappt hatte) und Ice-T., später Künstler wie Tupac Shakur, Biggie Smalls und Snoop Doggy Dogg. Der Gangsta – Rap zeichnet sich besonders durch seine übermäßige Darstellung der Gewalt auf den Strassen und in den Ghettos aus, was manchmal mit einer Verherrlichung dieser Gewalt gleichgesetzt wird. Die Künstler betonen aber immer wieder, dass es lediglich um eine möglichst realistische Darstellung der harten Zustände in ihrem Leben geht und nicht um die Verherrlichung dieser.
Zu erwähnen ist noch das Beatboxing, eine der ursprünglichsten Formen der Hip Hop – Musik in ihrem eigentlichen Sinne. Beatboxing bedeutet das Nachahmen von Rhythmusgeräuschen und Beats mit dem Mund und wird auch als human beatboxing bezeichnet (Vgl. Krekow, S., Steiner, J., Taupitz, M., 2003, S. 77). In den Anfangszeiten der Hip Hop – Bewegung, als es weder Drumcomputer noch Rhythmusmaschinen gab und die einzigen Beats von den DJ’s kamen, fingen einige der Jugendlichen an, diese Beats mit dem Mund zu produzieren um die anderen beim Rappen oder Breakdancen zu unterstützen, wenn keine sonstige musikalische Untermalung vorhanden war. Dieser ursprünglich eigenständige Teil der Hip Hop – Musik verlor durch den zunehmenden Einsatz von Maschinen mit der Zeit an Bedeutung und tritt heute nur noch als Randerscheinung oder Besonderheit in der Öffentlichkeit (auf Jams oder Konzerten) in Erscheinung, obwohl er unter den aktiven Rappern immer noch gepflegt wird, wenn sie ohne großartiges Equipment, einfach nur zum Zeitvertreib, auf der Strasse oder auf gelegentlichen Treffs zur human Beatbox freestylen.
B-Boying oder Breakdancing
Das Breakdancing bzw. B-Boying hat seinen Ursprung in der afrikanischen und brasilianischen Kultur der Stammes- bzw. Sklaventänze wie beispielsweise des Capoeira (Vgl. Krekow, S., Steiner, J., Taupitz, M., 2003, S. 8). Die Bezeichnung Breakdancer bzw. B-Boy stammt von Kool DJ Herc, der die Tänzer nach der Musik, dem Breakbeat, benannte, zu dem sie tanzten. Breakdance umfasst eine Kombination verschiedener Tanzstile, die unabhängig voneinander an der West- und East - Coast der USA entstanden. Zu nennen sind hier das Popping, Locking und B-Boying (Vgl. Krekow, S., Steiner, J., Taupitz, M., 2003, S. 122). Popping „umfasst die Electro- und Robotertanzformen“ (Krekow, S., Steiner, J., Taupitz, M., 2003, S. 418) und wird als Synonym für den Electric Boogie verwendet, der auch in Europa während der so genannten ‚Breakdance - Welle’ zu Anfang der Achtziger Jahre sehr populär war. Locking bezeichnet eine „ausdrucksstarke, trickfilmartige Tanzform, Comic-Tanz“ (Krekow, S., Steiner, J., Taupitz, M., 2003, S. 347). Unter B-Boying sind die Powermoves und Schrittfolgen zusammengefasst, die als Breakdance im akrobatischen Sinne bezeichnet werden können. Allerdings wird der Begriff B-Boying inzwischen auch für alle Formen des Breakdance verwendet. Besonders populär wurde Breakdance Anfang der Achtziger Jahre durch Filme wie Wild Style und Beat Street, die diese Form des Tanzens auf der ganzen Welt bekannt und besonders unter der Jugend beliebt machten. Das besondere beim Breakdance ist auch, dass die Jugendlichen hierfür kein besonderes Equipment brauchen, lediglich einen passenden Untergrund zum tanzen, und so auch die ärmsten Kinder und Jugendlichen der Ghettos an dieser Form der Hip Hop – Bewegung teilhaben konnten, ohne beispielsweise ein Soundsystem oder ähnliches zu besitzen. Für viele stellte Breakdance auch eine Sinnvolle Freizeitbeschäftigung dar, die einen Ausweg aus dem tristen Ghettoleben bedeuten konnte
Writing
Das Wort ‚Graffiti’, das hauptsächlich für das Verbreiten des eigenen Namens auf öffentlichen Flächen verwendet wird, stammt ursprünglich aus dem Griechischen und bedeutet in der Übersetzung des italienischen Wortes „graffiare“ soviel wie „einritzen“ oder „einkratzen“ (Vgl. Krekow, S., Steiner, J., Taupitz, M., 2003, S. 265). Auch Graffiti ist keine Erfindung der Hip Hop – Kultur. Schon seit es die Menschheit gibt, hinterlassen die Menschen auf Wänden ihre Namen und Botschaften. Von den Wandmalereien der Steinzeitmenschen über Kritzeleien im antiken Pompeji bis hin zu politischen Parolen der Widerstandsbewegung während der Nazi-Diktatur oder der APO in den späten sechziger Jahren hat es zu jeder Zeit Formen des Graffiti gegeben.
Nicht nur in New York, sondern auch in vielen anderen Großstädten der USA markierten die dort ansässigen Street – Gangs gegen Ende der sechziger Jahre ihre Reviere (so genannte Turfs) mit Gang – Kürzeln und Initialen. Einige Jugendliche in New York aber „weigerten sich, Mitglied einer Gang zu werden und brachten, ohne sich dabei um die Grenzen der Turfs zu kümmern, Signaturengraffiti, so genannte Hits an. Sie waren die ersten Writer in der Geschichte des Graffiti.“ ( van Treek, B., 1998, S. 184). Diese ‚Hits’, die später ‚Tags’ genannt wurden, bestanden aus dem Vor- oder Spitznamen des Writers und zumeist noch einer Zahl, die für die Strasse stand, in der er wohnte (z. B. Taki 183, JuLio 204, Frank 207). Da sie in der ganzen Stadt aktiv waren, erhielten sie bald einen gewissen Ruhm und Ansehen, auch von den Gang – Mitgliedern. Aber erst „ein Artikel über Taki 183 am 21. 7. 71 stellt den eigentlichen Beginn der Graffiti – Bewegung dar“ (ebd.). Dieser Artikel erschien in der New York Times und führte dazu, dass nun sehr viele Jugendliche begannen, ihren Namen in der ganzen Stadt zu verbreiten. Anfangs wurden größtenteils noch Marker benutzt, doch bald fand auch die Sprühdose zunehmend Verwendung. Da sich die Menge der Graffitis rapide erhöhte, wurde es für den einzelnen immer schwerer, sich aus der Masse hervorzuheben. „Als Folge davon nahm die kalligraphische Gestaltung der Schriftzüge zu“ (ebd., S. 185). Die jungen Writer begannen, ihre Schriftzüge immer größer und bunter zu malen, die ersten ‚Pieces’ entstanden.
Wurden zu Anfang noch überwiegend Wände im eigenen Viertel besprüht, entdeckten die Writer bald die New Yorker U-Bahn als ‚rollende Leinwand’. Der Vorteil bestand darin, dass die Züge in der ganzen Stadt fuhren und von sehr vielen Menschen tagtäglich gesehen wurden und somit Werbung für den Sprayer machten (Vgl. van Treek, B., 1998, S. 186). Von nun an entwickelte sich Graffiti immer rasanter, der Umgang mit der Sprühdose verfeinerte sich, es wurden neue Styles entwickelt, wie zum Beispiel der ‚Bubble – Style’ oder der 3D – Style’ (Vgl. van Treek, B., 1998, S. 187). Auch die Pieces wurden immer größer, zum Beispiel wurden ganze Waggons der U-Bahn bemalt, so genannte ‚Whole Cars’.
Zu einer weiteren Vermehrung in New York und zur Ausbreitung von Graffiti in die ganze Welt kam es schließlich Anfang der achtziger Jahre durch die Hip Hop – Filme ‚Wildstyle’, ‚Style Wars’ und ‚Beat Street’.
Von Olli


